Chronik

MUSIKSCHULE DER STADT EISENERZ

Die Musikschule der Stadt Eisenerz ist ein Ort kultureller Begegnung und bietet allen Generationen die Möglichkeit einer vertieften musikalischen und kreativen Ausbildung. Im Mittelpunkt des Bildungsangebotes steht die Musik. Jedoch neben der Vermittlung von künstlerischen Fertigkeiten leistet der Musikschulunterricht einen wesentlichen Beitrag zur positiven Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler. Der Bogen der vielfältigen Aufgaben der Musikschule spannt sich vom Instrumental- und Vokalunterricht in den unterschiedlichsten Musikstilrichtungen, von der Förderung des Nachwuchses für die Kulturvereine, der Begabtenförderung bis hin zur Unterstützung des regionalen Kulturlebens. Den hohen Stellenwert, die gesellschaftliche Akzeptanz sowie die Anerkennung in der Bevölkerung verdankt die Musikschule vor allem ihrer ausgeprägten künstlerischen und pädagogischen Kompetenz und ihrer Funktion als kulturelles Bildungszentrum für die Region rund um den Erzberg.

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Seit der Gründung der Musikschule der Stadt Eisenerz im Jahre 1939 musste diese bereits mehrmals übersiedeln. Zuerst in einer Baracke unter schlechten Bedingungen untergebracht, wurde ihr Standort dann in das Tafernerhaus, ein ehemaliges Gasthaus verlegt. Mit der Übersiedelung in das Gebäude der Volksschule-Stadt erfolgte eine enorme Verschlechterung der Arbeits- und Lernbedingungen sowohl für die Musik- wie auch für die Volksschule. So mussten sich zu Beginn beide Schulen die Klassenzimmer teilen, was bei größter Rücksichtnahme und Geduld kein befriedigender Zustand war. Vor allem die Unterbringung von Notenmaterialien und Instrumenten war nur eingeschränkt möglich und auch die akustischen Bedingungen waren für einen Musikschulbetrieb völlig ungeeignet. Im Laufe der Jahre konnten hier zwar wesentliche Verbesserungen vorgenommen werden, wobei es sich trotz allem immer nur um eine Kompromisslösung für beide Schulen handelte. Auf Grund der notwendigen Zusammenführung der beiden Volksschulen in das Schulzentrum-Stadt hat der Gemeinderat am 3.7.2007 einen einstimmigen Beschluss gefasst, neben der Fertigstellung des Gebäudes der Volksschule auch das neue Zuhause der Musikschule im Münichtal einer Generalsanierung zu unterziehen. Dies war deshalb notwendig, da seit dem Neubau im Jahre 1959 hier keine Sanierungen mehr durchgeführt wurden und das Gebäude außerdem in keinster Weise den Bedürfnissen einer modernen Musikschule entsprach. Nach einer kurzen aber intensiven Umbauphase konnte zeitgerecht das neue Schulgebäude zu Schulbeginn des Jahres 2007 in Betrieb genommen werden.

 

Entstehungsgeschichte

1939 Gründung der Musikschule der Stadt Eisenerz für elementare, mittlere und höhere Musikerziehung als Städtische Musikschule.

März 1940 Leitung: Herr Rudolf Bachmair sen.

Die Volksmusikschule Eisenerz wurde innerhalb des Steirischen Musikschulwerkes als „Kreismusikschule Eisenerz" eröffnet.
Im Gründungsjahr konnte die Musikschule eine Schüleranzahl von 121 verzeichnen, die von 9 Lehrern, inklusive dem damaligen Direktor Rudolf Bachmair sen., in den verschiedensten Stilrichtungen, wie zum Beispiel Klassik, Jazz, Blas- und Volksmusik, in den Räumlichkeiten der Mädchen-Volksschule unterrichtet wurden.

 

Schuljahr 1940/41 Leitung: Frau Maria Briesner

Februar 1946 Leitung: Herr Oskar Seiler

Das erste Schülerkonzert wurde am 26. Juni 1947 veranstaltet. Weiters fanden seitdem regelmäßig Vorspielstunden statt.
Am 27. Oktober 1948 siedelte die Musikschule von der Mädchenvolksschule in eigene Räume in die Baracke in der Geyereggstraße 3c.
Im Schuljahr 1955/56 konnte die Musikschule bereits 217 Schüler verzeichnen. Es wurde die „Jugend-Stadtkapelle" gegründet, für die 55 Bläserschüler geworben wurden.

 
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Mai 1962 Leitung: vorübergehend Herr Rudolf Bachmair sen., auf dessen Vorschlag wurde Frau Prof. Irene Hauser die provisorische Leitung übertragen

Oktober 1962 Leitung: Herr Helmut Staral Er war Kapellmeister der „Jugend-Stadtkapelle".

Februar 1964 Leitung: Prof. Irene Hauser

Im 25. Schuljahr der Musikschule Eisenerz konnten 248 Schüler verzeichnet werden. Zum 25. Bestandsjubiläum gaben die Lehrkräfte eine Festveranstaltung. Ab dem Schuljahr 1967/68 wurde die monatliche Zahlung der Musikschulbeiträge eingeführt. Die höchste Schüleranzahl von 543 wurde im Schuljahr 1972/73 erreicht.
Die Musikschule übersiedelte mit 1. September 1974 in das Haus Hieflauerstraße 33. Zusätzlich wurden auch 3 Unterrichtsräume im Haus Bergmannsplatz 7 untergebracht.

 

Jänner 1977 Leitung: Herr Karl Schröcker

Die Volksmusikschule Eisenerz beteiligte sich seither musikalisch an zahlreichen Festveranstaltungen, wie zum Beispiel: an der „Aktion Guter Lernerfolg", an Gemeindeweihnachtsfeiern, Bezirksjugendsingen, Schülerkonzerten, Jugendmusikwettbewerben, Maturantenfeiern, Adventveranstaltungen, Kirchenkonzerten, Eröffnungen, Muttertagsfeiern, uvm.
1987 wurde die Musikschule wieder in das Gebäude der Volksschule-Stadt übersiedelt. Diese Übersiedelung brachte jedoch eher negative als positive Eigenschaften mit sich, so waren etwa die akustischen Bedingungen schlecht, die Unterbringung von Notenmaterialien und Instrumenten sehr eingeschränkt und Klassenzimmer zu klein.

 Jahr 1990/91 Leitung: vorübergehend Herr Johann Kranawetter, danach Herr Mag. Gerhard Freiinger

Unter der Leitung von Herrn Mag. Freiinger wurde das Ausbildungsangebot durch die Einbeziehung von Jazz, Pop- und Rockmusik erweitert.
Besonders hervorzuheben ist seitdem die Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum und dem Kulturverein Innerberger Forum. Bei deren Veranstaltungen sorgen sowohl Schüler als auch Lehrer der Musikschule Eisenerz für die musikalische Umrahmung.
Nachdem die beiden Volksschulen in das Schulzentrum-Stadt verlegt wurden, konnte die Musikschule ins Münichtal ziehen. Das neue Schulgebäude wurde generalsaniert und konnte pünktlich zu Schulbeginn im Jahr 2007 seinen Betrieb aufnehmen.
Den Status einer öffentlichen Schule erlangte die Musikschule Eisenerz durch die Verleihung des Öffentlichkeitsrechtes durch das Bundesministerium für Unterricht und Kunst.
Das aktuelle Angebot der Musikschule der Stadt Eisenerz umfasst den Unterricht in allen Holzblas-, Blechblas- und Volksmusikinstrumenten, Violine, Schlagzeug, Klavier, Gitarre, Akkordeon und Gesang, sowie Musizieren in der Big Band, im Volksmusik- oder Streicherensemble, im Jugendblasorchester und die Früherziehung und Grundschulung im Kindergarten bzw. in der Volksschule.

 
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Rudolf Bachmair sen. Prof. Irene Hauser Prof. Mag. Gerhard Freiinger Prof. Mag. Franz Cibulka
 

Der bekannte steirische Komponist Herr Prof. Mag. Franz Cibulka komponierte die Projekte „Utopia" und „Tonna Müllodia" für die Musikschule, die in Zusammenarbeit mit der Hauptschule im Innerberger Gewerkschaftshaus, sowie in den dislozierten Unterrichtsorten aufgeführt wurden und für große Begeisterung bei Jung und Alt sorgten. Von beiden Projekten wurden CD-Aufnahmen veröffentlicht. Der Inhalt der Kompositionen spiegelt die Probleme unserer Region, wie Abwanderung der Jugend, Müllbeseitigung, ..., wider.

Fördern - Spielen - Musizieren

Die Musikschule weckt und fördert mit ihren Bildungsauftrag das Bedürfnis nach musikalischer Ausdrucksfähigkeit mittels Instrument und Stimme. Daraus sollte sich eine lebenslange Beziehung zur Musik entwickeln. Der Umgang mit Musik fördert menschliche Kräfte und Werte wie Kreativität, Spontaneität, Geduld und Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Rücksichtnahme und Toleranz. Die Musik trägt dazu bei, das Leben lebenswerter zu gestalten. Somit sieht sich die Musikschule einem Bildungsauftrag verpflichtet, der im Einklang mit dem allgemein bildenden Schulwesen zu einem umfassenden Kultur- und Kunstverständnis führt.

Die elementare Musikausbildung beginnt spielerisch im Kindergarten in der „Musikalischen Früherziehung" und wird mit Eintritt in die Pflichtschule im Rahmen der „Musikalischen Grundschulung" in Kooperation mit der Volksschule weitergeführt. Der Instrumental- und Gesangsunterricht erfolgt in der Unter- Mittelstufe- und Oberstufe in verschiedensten Unterrichtsformen und wird von PädagogInnen mit Universitätsabschluss durchgeführt. Kooperationen mit der Musikhauptschule und dem BORG-Eisenerz fördern besonders interessierte SchülerInnen auf ihrem Ausbildungsweg.

Klassenabende, Vorspielstunden und Jahreskonzerte begleiten die Ausbildung der „Jungen Künstler". Musiziert wird auch bei verschiedenen anderen Anlässen wie Festakten, Maturantenfeiern, Musicals, Adventveranstaltungen, Kirchenkonzerte, Eröffnungen, Muttertagsfeiern, Wettbewerbe usw. Viele der MusikschülerInnen musizieren in Kulturvereinen wie Blasmusikkapellen und Chöre. Ehemalige SchülerInnen der Musikschule Eisenerz sind heute bereits als professionelle Künstler oder Musikerzieher tätig.

Mag. Gerhard Freiinger

Direktor der Musikschule Eisenerz